Geburtsbericht von Emia Sophie
Am Mittwoch dem 30.10. konnte ich nicht einschlafen, irgendwie wusste
ich nicht wie ich liegen soll und wir haben noch rumgealbert das es ja
morgen losgehen könnte, weil wir für Freitag Kinokarten haben und Thor 2
schauen wollen.
Ich bin dann irgendwann doch noch eingeschlafen und musste total oft auf
Toilette. Gegen viertel nach 4 Donnerstag Morgen wurde ich wach und es
machte knack. Geistesgegenwärtig sprang ich aus dem Bett und schon lief
mir das Wasser die Beine runter. Zuerst dachte ich "Glück gehabt, das
Bett hat nichts abbekommen." Als Nächstes dann "Oh mein Gott, mir ist
die Fruchtblase geplatzt. Es geht wohl los..." Dann bin ich breitbeinig
ins Badezimmer gewatschelt. Erst mal auf Toilette. Da lief es dann und
lief und lief.
Mein Mann lag unterdessen noch seelenruhig im Bett und schlief.
Ich dagegen hab mich um wichtigere Gedanken gekümmert. "Wie zum
Henker komm ich an ein Handtuch OHNE die ganze Wohnung nass zu machen?"
Irgendwie kam ich dann doch an eins und watschelte mit Handtuch zwischen
den Beinen zurück ins Schlafzimmer zu meinem Angetrauten, der noch
immer selig schlief. Na das sollte sich gleich ändern. Ganz ruhig, um
ihn nicht zu erschrecken stubste ich ihn an und leitete das Gespräch mit
den *Ironie an* sehr erfolgreichen Worten *Ironie aus* "erschreck dich
nicht" ein.
Dann erklärte ich meinem Mann die Fruchtblase wäre geplatzt. Reaktion
von ihm: "Och nee oder? JETZT? Sicher? Und was jetzt?"
Nee quatsch, mir läuft das Wasser aus Spaß die Beine runter...
Wir packten also
die Krankenhaustasche zu ende und riefen ein Taxi.
Wir fuhren zum Krankenhaus, wo ich uns schon telefonisch angekündigt hatte.
Zu diesem Zeitpunkt war ich deutlich ruhiger als mein Mann. Ich hatte ihm beim Tasche packen noch gesagt er solle ein Kartenspiel einpacken, das könne dauern aber er war, total geprägt von Film und Fernsehen, sich sehr sicher dass wir da keine Zeit zu hätten. Na zum Glück hat er wenigstens Bücher eingepackt.
Wir sind also hoch zum Kreißsaal und wurden dort erst mal in einen Raum
zum Ctg schreiben gelegt. Wehen hatte ich ein paar leichte aber die
waren nicht der Rede wert und wurden vom Ctg nicht aufgezeichnet. Der Kleinen ging es aber gut. Die Hebamme
machte dann noch einen Test um herauszufinden ob es sich wirklich um Fruchtwasser handelte, das Ergebnis war eindeutig positiv. Nun wurden
wir spazieren geschickt. Es war mittlerweile 5 Uhr morgens.
Alle zwei Stunden sollten wir im Kreißsaal auftauchen.
Außerdem bekam ich ein Zimmer.
Nachdem ich weitere Male am Ctg hing tat sich nicht sehr viel. Wehen hatte ich kaum.
Wir verbrachten also den Donnerstag damit spazieren zu gehen, am Ctg zu
hängen und im Fernsehen 'ASSITV' auf RTL zu schauen. Fazit nach dem Nachmittag war von meinem Mann: "Geburt ist langweilig!"
12 Stunden nach dem Blasensprung bekam ich ein Antibiotikum und eine
erste Tablette zur Einleitung. Diese schlug auch an, ich bekam schon 10
Minuten nach Einnahme wehen im 5 Minuten Takt. Diese waren auch gut
spürbar. Am Ctg dagegen waren sie nicht zu sehen. Also hieß es wieder:
"Kommen Sie in zwei Stunden wieder zum Ctg". Nachts fing es an zu schmerzen und ich wollte zum Kraft tanken etwas gegen die Schmerzen
haben. Alles was ich in dem Moment dachte war: "verdammt ich wollte doch
keine Schmerzmittel! "
Immerhin konnte ich dann etwas dösen.
Am nächsten Morgen schrieb mir um halb acht mein mann ob es reiche wenn
er nicht wie besprochen um acht sondern erst um neun käme. Irgendwie
fühlte ich mich aber nicht gut und wollte ihn gern schnell an meiner
Seite haben. Er kam also mit dem Taxi.
Mir war mittlerweile recht flau im Magen, essen wollte ich nichts.
Ansonsten war alles beim Alten. Alle 5 Minuten Wehen, die am besten auf
dem Klo auszuhalten waren.
Wir gingen wieder zum Kreißsaal und ich wurde ne Weile ans Ctg gehangen.
Dann bekam ich die zweite Tablette. Befund war zu dem Zeitpunkt 5cm.
Nach der Tablette erfuhr ich was echte Wehen waren. Diese waren echt
fies und gut auf dem Ctg zu erkennen. Manchmal hatte ich 2-3 Wehen
direkt hintereinander ohne Pause.
Während der Wehen durfte mich keiner ansprechen, das konnte ich echt nicht ab.
Mein Mann wurde zum 'Händchen und Klappe halten' verdonnert.
Oh man sollte das anstrengend werden als der Anästhesist mit mir über
die Pda sprechen wollte... dazu gleich mehr. Irgendwann fielen die
Herztöne der Kleinen auf etwa 120, was etwas niedrig ist. Die Hebamme
meinte das entweder etwas nicht stimmt oder die Kleine schläft. Um sie
zu wecken schlug sie dann zwei nierenschalen gegeneinander über meinem
Bauch was tatsächlich half.
Etwa 2-3 Stunden später wollte ich das sie die Kleine holen - verdammt
noch mal hatte ich Schmerzen. Wegen mir per Kaiserschnitt. Da
hat allerdings die Hebamme nicht mitgespielt. "Nee nen Kaiserschnitt
bekommen Sie nicht... heut abend um 6 haben sie ihr Kind. Morgen laufen Sie schon wieder hier rum. Wenn Sie nen Kaiserschnitt bekommen ist das
nicht der Fall. Aber eine Pda kann ich ihnen anbieten."
Obwohl ich auf KEINEN FALL eine Pda wollte war meine Reaktion in dem
Moment: Her damit! Dann wurde der Anästhesist gerufen, der mir in aller
Ausführlichkeit während meiner Wehen die Risiken einer Pda auflistete.
Endlich wurde die Pda gelegt. Diese brachte mir eine solche
Erleichterung, dass ich glatt nochmal 1-2 Stunden schlief. Irgendwann
spürte ich, dass ich die Wehen nicht mehr veratmen konnte und einen Druck
nach unten. "Oh ich glaub ich hab Presswehen" mein Schatz rief eine Hebamme, die meinen Muttermund tastete und sagte: "oh Sie sind
vollständig, Sie dürfen jetzt mitdrücken wenn sie möchten. Ich komm
gleich wieder."
Und - verließ den Raum.
Mein Mann und ich waren etwas verwirrt. Aber - ich drückte fleißig mit.
Als die Hebamme dann endlich zurück kam schaute sie mir zwischen die Beine
und sagte: "Oh ich seh das Köpfchen schon, ich hol mal die Ärztin." Und
ging wieder.
Dann wurde alles aufgebaut, beinstützen und so weiter. Mir wurde erklärt
wie ich zu pressen habe und dann ging es los. Zwei Presswehen später war
der Kopf geboren. Dann eine veratmet und dann eine weitere und mein Baby
war auf der Welt. Glücklich schnitt mein Mann die Nabelschnur durch und
legte mir unsere Tochter auf den Bauch.
Unsere Emia Sophie ist also am 1.11.13 um 15:42 geboren. Sie war 51cm lang und zarte 2880g leicht.
Sie ist unser ganzes Glück
Eure Jules

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